'Wachten op transport': een terugblik

Op zondag 22 april waren in de Oude Mattheüs in Eibergen ruim 60 mensen ontroerd en zeer geraakt door de indrukwekkende voorstelling van Elisbeth Oets. Zij vertelde het levensverhaal van haar grootvader Philip Mechanicus (1889 – 1944), afgewisseld met fragmenten uit zijn beroemde oorlogsdagboek “In Depot” uit Kamp Westerbork. Zij zong daarbij, op piano begeleid door Mi Ying Chen, liederen van Ilse Weber, gecomponeerd in Theresienstadt, die een hoopvol tegenwicht vormen bij dit aangrijpende verhaal.
Philip Mechanicus was een selfmade man die zich uit bittere armoede opwerkte tot een veelgeprezen, kritisch journalist en chef buitenland van het Algemeen Handelsblad in het vooroorlogse Amsterdam. Als Jood die geen ster wilde dragen kwam hij in de oorlog terecht in kamp Westerbork, waar hij een dagboek bijhield, dat nog altijd als een van de belangrijkste oorlogsdocumenten wordt beschouwd.
Dit dagboek en en een CD met de liederen van Ilse Weber (zie de liedtteksten hieronder} konden na afloop gekocht worden. Menigeen maakt daarvan gebruik. Iedereen ging naar huis met het dankbare gevoel, dat dit inderdaad een niet te missen voorstelling was geweest.

Namens de Commissie Ontmoeting & Inspiratie,
Peter Müller

 

Lied 1: 'Ich wandre durch Theresienstadt'
Ich wandre durch Theresienstadt,
das Herz so schwer wie Blei.
Bis jäh mein Weg ein Ende hat,
dort knapp an der Bastei.

Dort bleib ich auf der Brücke stehn
und schau ins Tal hinaus:
ich möcht so gerne weitergehn,
ich möcht so gern nach Haus!

Nach Haus! Du wunderbares Wort,
du machst das Herz mir schwer.
Man nahm mir mein Zuhause fort,
nun hab ich keines mehr.

Ich wende mich betrübt und matt,
so schwer wird mir dabei:
Theresienstadt, Theresienstadt,
wann wohl das Leid ein Ende hat,
wann sind wir wieder frei?


Lied 2: 'Wiegenlied'
Die Nacht schleicht durchs Ghetto schwarz und stumm.
Schlaf ein, vergiss nun alles ringsherum.
Schmieg fest dein Köpfchen in meinen Arm.
Bei Mutter schläft sich's wonnig und warm.

Schlaf, über Nacht kann vieles geschehn.
Über Nacht kann aller Kummer vergehn.
Mein Kind, du wirst sehn:
einst, wenn du erwacht,
ist Friede gekommen, über Nacht.


Lied 3: 'Denn alles wird gut'
Schluck’ runter die Tränen, verbeiß’ deinen Schmerz, ‎
hör’ nicht auf das Schimpfen und Schmähen, ‎
dein Wille jedoch sei hart wie das Erz, ‎
die Not zu überstehen. ‎

Denn alles wird gut, denn alles wird gut,‎
ertrag’ geduldig das Warten, ‎
vertraue der Zukunft, ‎
verlier’ nicht den Mut: die Welt wird wieder zum Garten! ‎

Dann endet die Zwietracht, ‎
der Hass und die Gier und alles Leid hat ein Ende. ‎
Dann sagt dein Feind Bruder Mensch ‎
zu dir und reicht beschämt dir die Hände. ‎

Denn alles wird gut, denn alles wird gut,‎
ertrag’ geduldig das Warten, ‎
vertraue der Zukunft, ‎
verlier’ nicht den Mut: die Welt wird wieder zum Garten!

Und du brauchst nicht länger mehr ferne zu steh’n, ‎
wenn andre sich freuen und lachen, ‎
für dich auch wird die Sonne aufgeh’n ‎
für dich das Vöglein erwachen.‎

Denn alles wird gut, denn alles wird gut,‎
ertrag’ geduldig das Warten, ‎
vertraue der Zukunft, ‎
verlier’ nicht den Mut: die Welt wird wieder zum Garten!


Lied 4: 'Wiegala'
Wiegala, wiegala, weier,
der Wind spielt auf der Leier.
Er spielt so süß im grünen Ried,
die Nachtigall, die singt ihr Lied.
Wiegala, wiegala, weier,
der Wind spielt auf der Leier.

Wiegala, wiegala, werne,
der Mond ist die Laterne,
er steht am dunklen Himmelszelt
und schaut hernieder auf die Welt.
Wiegala, wiegala, werne,
der Mond ist die Laterne.

Wiegala, wiegala, wille,
wie ist die Welt so stille!
Es stört kein Laut die süße Ruh,
schlaf, mein Kindchen, schlaf auch du.
Wiegala, wiegala, wille,
wie ist die Welt so stille!


Lied 5: 'Und der Regen rinnt'
Und der Regen rinnt und der Regen rinnt.
Ich denk im Dunklen an dich, mein Kind.
Hoch sind die Berge und tief ist das Meer,
Mein Herz ist müd‘ und sehnsuchtsschwer.
Und der Regen rinnt und der Regen rinnt.
Warum bist du so fern, mein Kind?

Und der Regen rinnt und der Regen rinnt.
Gott selbst hat uns getrennt, mein Kind.
Du sollst nicht Leid und Elend seh‘n,
Sollst nicht auf steinigen Gassen geh‘n.
Und der Regen rinnt und den Regen rinnt.
Hast du mich nicht vergessen, Kind?

 

 

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